Berufliche Schule für Gesundheit und Sozialwesen Schwerin

 

 

Berufliche Schule der Landeshauptstadt Schwerin -Gesundheit und Sozialwesen-
Abteilung Sozialwesen
Arsenalstr. 30
19053 Schwerin

 

Kooperation mit den Auszubildenden der Beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen Schwerin in der JVA Bützow

 

Im Rahmen der Schlüsselthemenarbeit, die Bestandteil der Erzieherausbildung ist und die Schüler/innen zur selbstständigen methodischen Arbeit in Projekten befähigen soll, konnten bis dato 20 Schülerinnen und ein Schüler des zweiten Ausbildungsjahres ihre Erfahrungen in der Gestaltung und Anleitung von Seminaren zum Projekt "Papa ist auf Montage" sammeln. 

Angeleitet und betreut wurden die Auszubildenden durch die Sozialen Dienste der Justiz in Schwerin, die auch einen ersten Kontaktbesuch in der JVA organisierten, bei dem die Jugendlichen erste Eindrücke über das Leben im Strafvollzug erlangten und auch mit einigen Inhaftierten über Erziehungsfragen ins Gespräch kamen.

 

 

 

Einige genannte Probleme der Projektteilnehmer:

-         „Das Kind weint ständig, wenn ich es beim Sprecher (Besucherraum) auf dem Arm habe.“

-         „Ich weiß nicht, wie ich mich beim Sprecher mit meinem Kind beschäftigen soll.“

-         „Meine Frau und ich haben unterschiedliche Ansichten, was die Erziehung unseres Kindes angeht.“

 

Daraus entwickelten die vier Schülergruppen spezielle Themen für ihre Seminare, bei denen die Väter auf den bevorstehenden Alltag mit ihren Kindern vorbereitet werden sollen. Die Themen beinhalteten Informationen zur Spielentwicklung der Kinder in verschiedenen Altersgruppen, Hilfestellungen bei der Bewältigung von Stresssituationen mit Kindern sowie Erste- Hilfe- Maßnahmen bei kleineren Verletzungen oder Kinderkrankheiten.

 

Bei der Vorbereitung der Durchführung wurde von der besonderen Situation der Inhaftierten ausgegangen und die einzelnen Ziele festgelegt, woraus sich wiederum die einzelnen Planungsschritte ableiteten. Zusätzlich wurden Spiele, eine Modellpuppe, Plakate und andere Anschauungsmaterialien von den Auszubildenden angefertigt, um das Seminar anschaulich und abwechslungsreich zu gestalten.

 

Es wurden zwei Seminare angeboten, die am 18.04.2012 und am 23.05.2012 stattfanden. Die Teilnehmer sollten sich schon im Vorfeld für ein Thema entscheiden. Dazu hatten die Schülerinnen und Schüler Flyer vorbereitet, die in der JVA ausgehängt wurden und in die sich die Teilnehmer eintragen sollten.

 

Nach einer kurzen Kennenlernphase, die meistens spielerisch gestaltet wurde, erfolgte die gemeinsame Erarbeitung des vorbereiteten Themas. Anfängliche Startschwierigkeiten wurden zunehmend von interessierter Mitarbeit und Aufgeschlossenheit der Teilnehmer abgelöst. In einem Seminar konnten sie selbst einfache Spiele für ihre Kinder herstellen und diese beim nächsten Besuchstermin ihren Kindern zeigen. In allen Seminaren haben die Inhaftierten viele neue Erkenntnisse mitnehmen können. Einige Aussagen der  Feedback-Runde:

 

-         „Super. Ich bin echt beeindruckt, was die jungen Frauen da für uns vorbereitet haben. Hat Spaß gemacht.“

-         „Coole Veranstaltung. Insgesamt echt gut. Die können gern wieder kommen.“

-         „Ich war skeptisch. Jetzt nicht mehr. War eine lockere und gut vorbereitete Veranstaltung.

-         „Ich hab was gelernt. Das Spiel werde ich nutzen. Nochmals Danke an die jungen Frauen“.

 

Am Ende der Veranstaltung wurde den Teilnehmern eine selbsterstellte Broschüre oder ein Handout mit den wesentlichen Inhalten des Seminars überreicht.

 

Die Seminardurchführung wird in 2013 fortgesetzt.

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